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Wie alles begann.
Man schreibt das Jahr 1845. In Hannover regiert seit acht Jahren König Ernst August das Königreich. Lehrer galten damals nicht viel. Ausgediente, im Krieg verwundete Soldaten im Unteroffiziersrang, wurden oftmals Lehrerposten angedient. Sie bekamen ein Haus, in dem sich auch die Schule befand, etwas Land, um ein bisschen Gemüse anzubauen und vielleicht auch um einige Nutztiere halten zu können. Die Vergütung war erschreckend gering. Und wenn einmal ein Brand im oft strohgedeckten Haus ausbrach, verlor der Lehrer seinen gesamten Hausrat.
Man benötigte eine Einrichtung, die den Ersatz des verbrannten Mobiliars finanzierte, die die übliche "Brand-Bettelei" bei den Mitbürgern überflüssig machte. Zwar gab es schon Versicherungsgesellschaften, doch deren Beiträge waren angesichts der schmalen Gehälter einfach zu hoch.
Die Dienstaufsicht über die Schule befand sich bei der geistlichen Obrigkeit. Kein Wunder daher, dass die erste Anregung zur Gründung einer Selbst-Hilfeeinrichtung von einem Pastor kam. Zwei Lehrer - Konrektor Tölke und Kantor Pook (beide wohnten in südlich von Hannover) - stellten 1844 beim "Königlichen Ministerium des Innern" den Antrag, gemäß der vorgelegten Statuten die Gründung des
Lehrer=Brandversicherungs=Verein
zu genehmigen. Am 23.04.1845 fand dann schon die erste Generalversammlung des Vereins in Elze statt. Innerhalb kürzester Zeit traten dreihundert Lehrer dem neuen Verein bei.
Wie funktionierte damals die LBN?
Das Vereinsgebiet - anfangs nur die beiden Fürstentümer Calenberg und Hildesheim, seit 1851 schon das ganze Königreich Hannover - teilt man in sogenannte Inspektorate ein. Der Inspektor war für seine Mitglieder verantwortlich. Seine Aufgaben:
- das Inkasso der Beiträge
- die Entgegennahme von Schadenanzeigen, wobei er immer die Mitglieder selber aufsuchte
- die Weiterleitung von Informationen an die Mitglieder
- die Teilnahme an der Generalversammlung.
Das Inkasso erfolgte nachträglich im Umlageverfahren. Musste man keine oder nur wenige Schäden regulieren, wurden auch keine Beiträge erhoben. Freijahre kamen häufig vor, z. B. zwischen 1884 und 1894 gab es neun beitragsfreie Jahre.
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Wichtige Dinge wurden in der Generalversammlung erörtert. Diese Versammlung aller Inspektoren fand nicht jährlich statt, dann auch jeweils an verschiedenen Orten.
Die LBN erfüllte auch soziale Ansprüche. Witwen der Lehrer brauchten keine Beiträge mehr zu leisten. Bis zu einer bestimmten Versicherungssumme genossen Sie kostenlosen Versicherungsschutz. In sehr dringenden Notlagen gewährte die LBN sogar eine finanzielle Unterstützung an die Mitglieder.
Wie entwickelte sich der Verein zur LBN?
Bereits 50 Jahre nach der Gründung hatten sich 6000 Mitglieder für den Verein entschieden, heute hat die LBN fast 24.000 Mitglieder.
145 Inspektorate hatte den Verein zur Jahrhundertwende, heute sind es 57 Bezirke; die Aufgaben der heutigen Obleute (der früheren Inspektoren) sind bis auf das Inkasso der Beiträge nahezu gleich geblieben.
Anfangs hatte der Verein keine eigene Rechtspersönlichkeit. Das änderte sich 1902 mit dem Inkrafttreten des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG). Heute ist die LBN ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, unterliegt den Kapitalbestimmungen
des VAG und der Aufsicht des BAFIN in Bonn.
Man begann mit der Feuerversicherung für den Hausrat, 1938 kam die EinbruchDiebstahlversicherung hinzu. Heute ist die LBN ein moderner Hausratversicherer, der kein Vergleich mit den großen anderen Gesellschaften scheut. Neben der Elementarschadenversicherung bietet die LBN die Glas- und die Unfallversicherung an. In der Veröffentlichung der Stiftung Warentest erhält die LBN immer sehr gute Bewertungen.
Und zum Schluss:
Der Lehrer=-Brandversicherungs=Verein bewahrt seit fast 160 Jahren seine Grundideen. Überaus preiswert nach den Prinzipien einer Selbsthilfeeinrichtung. Sparsame Verwaltung. Keine Gewinnmaximierung, erzielte Überschüsse fließen an die Mitglieder zurück. Erweitert hat sich allerdings der Personenkreis der Mitglieder. Anfangs ausschließlich für Lehrer, heute bietet die LBN Versicherungsschutz für alle Pädagogen, Erzieher, Ausbilder - und deren Angehörige - und für den gesamten öffentlichen Dienst. Auch hat sich das Geschäftsgebiet auf ganz Deutschland vergrößert.
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