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Splitter und Anekdoten


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Versicherungsfall "Elster"

Ein goldener Ring war - bei geschlossenem Fenster - vom Fensterbrett verschwunden, die Versicherung um Ersatz ersucht. Als Täter war vom Eigentümer des Ringes eine im hauseigenen Garten ansässige Elster ermittelt worden.

Leider konnte die LBN in diesem Fall keinen Ersatz leisten, da der Versicherungsnehmer nicht nachweisen konnte, dass der Vogel in der Lage gewesen war, das Fenster von außen zu öffnen.


Inkasso anno dazumal

Ein Leinensack ging von Mitglied zu Mitglied, von Bezirk zu Bezirk. Jeder tat seinen Obulus hinein. Ein Protokoll hielt fest, wer wann was gezahlt hatte. Keiner kam auf die Idee, zu wenig hinein zu tun oder etwas heraus zu nehmen, und ein Mahnbrief vom Vereinsvorsitzenden war ein Skandal! Wäre so etwas heutzutage noch denkbar?


Einstellungsbedingung

Junge Lehrer, die sich beim Schulleiter vorstellten, wurden oftmals auch gleich zur Versicherung Ihres Hausrats befragt - und erhielten dann gleich "automatisch" mit der Einstellung einen Antrag der LehrerBrandkasse von ihrem Vorgesetzten. So passierte es auch Herrn Müller, der allerdings außer drei Büchern, einem Radio und einem Anzug keinerlei Hausrat besaß.
Egal: Er musste 5.000,- DM abschließen.


Freizügigkeiten

Die Vorstandsmitglieder trafen sich seit jeher regelmäßig zweimal wöchentlich zur gleichen Zeit in den Räumen der LBN. Eine Dame, seinerzeit alleinige Mitarbeiterin der Kasse, hatte es sich mit Lockenwicklern im Haar am offenen Fenster zurückgelehnt im Stuhl und von der Sonne beschienen bequem gemacht, als einer der Vorstände außer der Reihe ins Büro kam…


Eine Frage der Ehre

Früher war es eine Frage der Ehre, die Kasse mit Bagatelle-Schäden zu behellligen. Bis 1970/75 gab es kaum Schäden – ein Schaden von 100,- DM war schon hoch.

Ideelle Werte

Ein Versicherungsnehmer, Lehrer seines Zeichens, war bekannt dafür, Klassenarbeiten wochenlang nicht zu korrigieren. Gerade diesem passierte es nun gleich zwei Mal, dass ihm Klassenarbeiten gestohlen wurden. Ersetzen konnte die Kasse in diesem Fall leider nichts - außer dem Papierwert.

Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse war einem Versicherten geklaut worden - es hatte nur Blechwert!

Ein Fahrrad, mindestens 60 Jahre alt, war gestohlen worden. Der Eigentümer wollte vom Verein 100,- DM ersetzt haben. Die Schwierigkeit: Zum einen hatte das Fahrrad nur noch Schrottwert, zum anderen war es noch keine Antiquität, da noch Ersatzteile für das Fahrrad im Handel erhältlich waren. Die Kasse spendierte 5,- DM als "Anerkennungsbetrag".


Bis aufs letzte Hemd

Früher musste jeder, der dem Verein betreten wollte, seinen Hausrat detailliert angeben. Der Schulrat einer niedersächsischen Kleinstadt listete z.B. 61 Paar Strümpfe auf, was seinerzeit so erheblich war, dass es in die Analen einging. Der "Goldschatz" musste ebenso angegeben werden wie das bewegliche Eigentum von Dienstboten oder Eingemachtes. Damals gab es den "gläsernen Versicherten". Die Aufschlüsselung wurde in den Siebziger Jahren abgeschafft. Müsste man heutzutage beim Abschluss einer Versicherung den Hausrat im Detail auflisten, würde manch einer keine Versicherung abschließen…


Treue Seele

Nach der Ausbombung der LBN im Zweiten Weltkrieg in Hannover, war es die beherzte Mitarbeiterin, die den Fortbestand der Versicherung sicherte, in dem sie die Versichertenkarten barg. Ohne die Namen und Adressen der Mitglieder hätte es nach dem Krieg und den damit verbundenen Wirren keine Chance für ein Fortführung des Vereins gegeben.
















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